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Der aktuelle TSV Report

Lehrgänge

Am ersten Wochenende im Juli hielten wir unseren gemeinsamen Sommerlehrgang für Karate und Aikido in Königsdorf ab. Es waren wieder viele Teilnehmer der vier Dojos unseres Verbandes dabei: Haag, Nussdorf, Krailling und wir Gräfelfinger.
Der Aufenthalt wurde von unserem Dojoleiterkollegen Thorsten aus Nussdorf hervorragend organisiert. Die Jugendbildungsstätte Königsdorf ist ein schön gelegenes Areal mit einer Zweifach-Turnhalle und etwa 15 Blockhäusern, die jede etwa Unterkunft für 10 Personen bieten inmitten der Berge. Allerdings wurden wir dieses Mal vom Wettergott schmählich im Stich gelassen, denn am Anreisetag goss es in Strömen und es sollte auch die nächsten beiden Tage nicht so gut werden, dass wir im Freien trainieren hätten können.
Da wir nicht die einzige Gruppe waren, mussten wir uns die knappen Räumlichkeiten mit drei anderen Gruppen teilen. Da wir doch flexibel unseren Trainingsplan umstellten und auch noch zwei kleine Übungsräume mitnutzen konnten, sind die Inhalte nicht zu kurz gekommen.
Nach der ersten Einheit am Freitagabend, den Robert Frank und Bernhard Martin mit Aikido-Hebeln und Selbstverteidigungstechniken gestalteten, warteten unsere Nussdorfer Freunde noch mit einer besonderen Überraschung auf: eine Nuss-Nougat-Lehrgangstorte, die so üppig war, dass wir zu vierzigst sie kaum bewältigten (vermutlich wegen der Unmengen Nutella, die dabei verarbeitet wurden).
Der nächste Tag war dann ganz dem Training gewidmet: Karate und Aikido in den verschiedenen Gruppen, je nach Leistungsstand und auch Alter.
Abends gab es dann für uns Erwachsene einen kulturellen Höhepunkt: eine Weinprobe vom Weinfachmann Thorsten der uns mit 20 Flaschen aus den wichtigsten Weinländern in Geschmack und Reifung einführte. Seine Geduld hierfür ist extrem, wenn ein Haufen doch noch weinungebildeter Banausen nach einigen Flaschen in die höheren Weihen eingeführt werden möchten. Es ist ihm gelungen und wir haben auch den Weg zu unseren Blockhäusern und Pritschen ohne Verluste bewältigen können.
Der letzte Tag zeigte sich vom Wetter her freundlicher. Da die Wiesen jedoch noch zu nass waren, hielten wir das letzte Training vor der Prüfung auch nochmals in der Halle ab. Prüfling gab es nur einen, wieder aus unserem Gräfelfinger Dojo: Rainer Bohrer, der sich sehr erfolgreich der Prüfung zum ersten Dan stellte.
 


Junior Lehrgang, im Hintergrund Sabrina Karst, vorne Thorsten Stark
 

So sind wir in Gräfelfing mit Schwarzgurten reichlich versehen. Im Karate finden sich bei Vollständigkeit 8 Schwarzgurte zum Training ein, was für Anfänger einen großen Schatz an Unterstützung und verschiedensten Aspekten der Kampfkunst darstellt. Warum so ein großer Teil Schwarzgurte ist, wird sich mancher fragen, zumal doch die Anforderungen bei uns sehr hoch sind? Wenn man von einem Weg ergriffen ist und auch viel Energie darauf verwendet hat, bleibt man einfach dabei.

Ebenfalls in der Turnhalle (diesmal in Gräfelfing) fand am 7. Mai - von Sabrina Karst geleitet - der Junior-Lehrgang statt. Unterstützt wurde sie dabei von Verena Sohn und Thorsten Stark, der mit einigen Junioren aus Nussdorf angereist kam. Wie immer übten unsere Jüngsten (Jugendliche und Kinder im Alter von 8 - 15 Jahren) gemeinsam harmonisch und diszipliniert. Die von den Jugendlichen ersehnte Gürtelprüfung fand am kommenden Freitag im Rahmen des normalen Trainings statt.

 


Junior-Lehrgang: Betreuung unserer Jüngsten mit Verena Sohn
 

Macht es Sinn eine Kampfkunst zu üben?

Wer sich entschließt eine Kampfkunst zu erlernen, weiß zu Beginn meist nicht auf was er oder sie sich einlässt. Auch die Gründe für diese Entscheidung sind verschieden: Der Wunsch stärker zu werden und die Faszination der Choreographien in den gängigen Kinofilmen mag ein wesentliches Motiv jüngerer Interessenten sein. Andere treibt die Sehnsucht Körper und Geist zu schulen sozusagen Bewegung mit Atem und Meditation zu verbinden. Andere wiederum möchten etwas Selbstverteidigung lernen.
Überall spielt das Bedürfnis die eigene Konfliktfähigkeit zu steigern eine Rolle. Es ist der Wunsch in Auseinandersetzungen kompetenter auftreten zu können. Dabei geht es in einer friedlichen Gesellschaft nicht darum einen Konflikt in gewalttätiger Weise zu bewältigen, sondern mit dem Körper aber ohne Gewalt.
Was kann damit gemeint sein, durch Kampfkunst Konflikte auch im Alltag in körperlicher Weise bewältigen zu können? Wohl sicher nicht anstelle von Argumenten die Fäuste zu benützen. Wo spielt in moderner Alltagswelt der Körper eine Rolle?
Ich meine überall. Worte werden nicht von einem gestaltlosen Geist in die Welt getragen, sondern von einem Mensch mit seinem gesamten Körper. Ich spreche von Auftreten, innerer und äußerer Haltung und davon, einen Schwerpunkt zu finden.
Über die ritualisierten Formen der Etikette (Regeln die das Verhalten des Einzelnen im Dojo formulieren), wie das Üben der Kata, der Form, die nicht erst mit den Bewegungen beginnt, sondern bereits mit der Art, wie ich zu dem Platz schreite, wie ich mich verbeuge und auch wie ich die Kata beende, wird ständige Aufmerksamkeit auf das Auftreten gelegt. Für Aikido gilt das bei jeder Partnerübung.
Dazu kommen das Erlernen der speziellen Schrittbewegungen und Stellungen, sowie die verschiedenen Techniken. Hier muss der Anfänger meist scheinbare Rückschritte hinnehmen, denn er wird sich beim Erlernen der neuen Bewegungen gehemmt und ungeschickt vorkommen. Es dauert bis die neuen Bewegungen in Fleisch und Blut übergehen und quasi zur Selbstverständlichkeit werden. Was gleichzeitig erlernt wird ist eine neue Art sich mit dem Körper auszudrücken und dieses ganz bewusst. Es ist ein (dunkles) Erinnern an frühe Kinderjahre, als vieles noch nicht selbstverständlich war: Radfahren, Purzelbäume, Bäume klettern, Radschlagen. Nur die Leichtigkeit mit der Kinder neue Bewegungen spielerisch auffassen verliert sich bei vielen Menschen mit dem Alter. Sofern sie nicht einem Sportverein beitreten oder anderen Bewegungsformen nachgehen. Hier bieten alle Sport und Bewegungsformen viel!
Der Mensch gewinnt neue Körper-Kompetenz. Er geht und steht anders in der Welt.



Üben des Gleichgewichts: vorne Rainer Bohrer, neuer Dan-Träger
 

Die Erfahrung zeigt, dass nicht nur der Inhalt der Argumente, auch die Art und Weise wie diese vorgetragen werden, entscheidend zur Durchsetzung eigener Ideen beitragen.
Es ist also bei allen Tritten und Würfen immer der Blick nach innen gerichtet. Das ist sicher für Anfänger aber auch für viele Fortgeschrittene die Herausforderung in jedem Training. Denn zu oft steht im Vordergrund das Funktionieren der Technik, der Versuch einen Wurf zu erzwingen. Doch dieses Zwingen verhindert oft gerade den Fortschritt: Zuviel Kraft wird eingesetzt um den schnellen Erfolg zu gewinnen. Hier kann jeder viele Parallelen zur Alltagswelt finden. Oft hat Eile und (innerer) Druck den Misserfolg zur Folge. Nur ist man sich dessen nicht bewusst- meist.
Genau hier greift das Training an.
Vielleicht noch ein Wort zur Selbstverteidigung: Polizeiliche Untersuchungen haben sehr deutlich gemacht, dass Selbstverteidigung bereits im Kopf (und Körper) noch vor jeder Auseinandersetzung beginnt. Menschen mit guter Koordination und selbstbewussten Bewegungen (mit guter Körperkompetenz also) werden von Tätern vermieden!
 


Aikido Technik, hier unterrichtet von Lucy Müller (rechts), Aikido Co-Trainerin

Unser Trainingsangebot

Wir bieten mit unserem Nachbardojo Krailling jeden Wochentag Training für Karate und Aikido an und seit letztem Schuljahr bin ich sehr froh, dass ich Robert Graf gewinnen konnte, der nunmehr jeden Montag ab 19.00 jeweils einen Anfänger und anschließend einen Fortgeschrittenenkurs für Tai Chi im Übungsraum des TSV (Untergeschoss) abhält! Für Aikido und Karate ist Dienstag der beste Tag! Weitergehende Informationen bieten wir gerne unter unserer Emailadresse: karate-aikido@tsv-graefelfing.de

Wir freuen uns über alle die mit uns den Weg gehen wollen! Interessierte sind immer willkommen!
 

 

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