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Mein Weg zum Shodan

von Andi Lenich

Den Weg des Karate-Do begann ich 1988 im Dojo Krailling. Damals war ich auf der Suche nach einer Sportart mit fairen Regeln, bei der man gemeinsam miteinander übt und die Körper und Geist fordert.

Gefunden habe ich deutlich mehr. 

In Krailling fand ich, Robert Frank, einen Meister der Technik mit brillanter Körperbeherrschung und scharfem klarem Geist, der mich wesentlich geprägt hat.

Nach einem Motorrad Unfall, mit über ein Jahr verteilten notwendigen Operationen, konnte ich trotz körperlicher Versehrtheit, physisch und psychisch unter seiner Anleitung weiter trainieren. Damals half mir Karate meinen Krankenstand mental und psychisch schneller zu überwinden. Hier lernte ich Geist und Körper zu trennen. Dieses Bewusstsein ermöglichte mir erst die spätere Verschmelzung und Ballung beider Energien. Ein wichtiges Prinzip im Karate.

Meine berufliche Ausbildung führte mich für fünf Jahre nach Ulm. Hier traf ich Tiberius Solözie, einen dritten Dan des Fudokan Karate, eine Stilform des Traditionellen Karate. Tiberius stammt aus Rumänien und wuchs in einem Armenviertel von Bukarest auf. Er verfügt über das Wissen der Anwendbarkeit der oft abstrakten und bewusst in Katas (Bewegungsformen) versteckten Techniken. Bei ihm lernte ich außerdem die Unterschiedlichen Theorien der Energieformen und Ihre geschichtliche Entwicklung kennen. Die körperliche Umsetzung dieser Theorien sind selbst nach 5 Jahren konstantem üben noch schwierig.

Zurück in München wurde ich 1998 trotz langer Abwesenheit im Dojo Krailling und Gräfelfing herzlich aufgenommen. Hier setzte ich meinen Weg bei Bernhard Martin 4. Dan des Shisokukai Dojos fort. Er ist ein Meister der Dynamik und ständig auf der Suche nach noch flüssigeren Energie- und Technikübergängen. Sensei Bernhard führte mich mit viel gutem Beispiel und Rat zur Shodan-Prüfung.

Meine Prüfung fand am 19. Juli 2002 in Gräfelfing statt. Wir waren drei Anwärter. Jeder von uns entstammte eines anderen Dojos, Michael von Grundherr von Sensei Robert Frank aus Krailling, Klaus Lechner von Sensei Rainer Viebeck aus Haag und ich. Die drei Dojos sind seit 2002 aus dem Shisokukai Dojo zu einem neuen Dojoverband unter dem Namen Do-Raku-Dojo zusammengefasst und ergänzen sich für uns Schüler in Perfektion. 
Unsere Prüfung dauerte drei Stunden. Geprüft wurden die drei Grundsätzlichen Übungsprinzipien eines Schülers, Kihon, Kata und Kumite. im Kihon werden die Grundtechniken und ihre Kombinationen, in der Kata fiktive Kämpfe in Bewegungsformen und im Kumite Freikämpfe geübt. Die Prüfung fand in der traditionellen Dojo-Etikette statt, die sich an die Richtlinien der alten japanischen gesellschaftlichen Umgangsformen hält. Durch unsere gute Vorbereitung und unsere lange Zugehörigkeit im Dojo bestanden alle drei Prüflinge.

Der Weg des Karate bekommt hierdurch für mich eine neue Dimension, jetzt werde ich mich auf die Suche nach eigenen Techniken und Dynamik begeben, geleitet durch mein Dojo. 
Im Karate gibt es viele Stationen doch zum Glück ist der Weg nie zu Ende.

Andreas Lenich (1. Dan Karate)

(1.11.2002)

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